Protein-antisekretorischer Faktor
Protein Antisekretorischer Faktor (Protein-AF) ist ein körpereigenes Protein, das in allen bislang untersuchten Zellen von Mensch und Tier vorkommt. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Transports von Flüssigkeiten und Ionen über die Zellmembranen im Körper.
Fakten
Bei starkem Flüssigkeitsverlust, wie etwa bei Durchfall, reguliert und normalisiert Protein-AF den Flüssigkeitstransport durch die Darmwand und reduziert somit den erhöhten Flüssigkeitsfluss im Darm. Dies ist auch der Ursprung des Namens „Protein Antisekretorischer Faktor“.
Protein-AF wirkt zudem drucksenkend bei durch übermäßige Flüssigkeitsansammlungen verursachtem Druck, was insbesondere bei der Behandlung der Menière-Krankheit von Bedeutung ist, die durch Überdruck im Innenohr ausgelöst wird.
In der Regel zeigt Protein-AF innerhalb weniger Stunden nach Verabreichung eine positive Wirkung. Wird die körpereigene Produktion von Protein-AF durch die Aufnahme von SPC-Flakes angeregt, tritt meist nach 10 bis 15 Tagen eine spürbare Verbesserung ein.
Hintergrund
Die Entdeckung von Protein-AF in Schweden ist eine direkte Folge des 1986 in Kraft getretenen Verbots der Verwendung von Antibiotika als wachstumsförderndem Futtermittelzusatz. Ein wissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt brachte dabei Fachwissen aus den Bereichen Veterinärmedizin, Mikrobiologie, Infektionskrankheiten und Immunologie zusammen. Vor dem Verbot verhinderten Antibiotika erfolgreich das Auftreten von Durchfällen bei Ferkeln nach dem Absetzen; nach Inkrafttreten der Verordnung nahm die Durchfallhäufigkeit jedoch stark zu, was zu einer höheren Sterblichkeitsrate unter Jungtieren führte. Protein-AF wurde in dieser Forschung als direktes Ergebnis entdeckt.
Das erste Tierfutter mit Protein-AF wurde daraufhin speziell entwickelt, um die körpereigene Produktion von Protein-AF bei Ferkeln zu stimulieren. Der Einsatz dieses Spezialfutters zeigte sich als sehr wirkungsvoll: Die Durchfallhäufigkeit und die Sterblichkeit unter den Ferkeln nahmen deutlich ab.
Da die zugrunde liegenden physiologischen Mechanismen allgemeiner Natur sind, begannen Wissenschaftler, ein vergleichbares, getreidebasiertes Nahrungsmittel für Menschen zu entwickeln, die an entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn leiden. Dies führte im Jahr 2000 zur Zulassung des ersten Lebensmittels für besondere medizinische Zwecke (FSMP) in Schweden.
Es wurde nachgewiesen, dass Protein-AF nicht nur den durch Cholera verursachten erhöhten Flüssigkeitsstrom im Darm hemmt, sondern auch den durch andere bekannte Toxine, wie z. B. E. coli, Campylobacter, Clostridium difficile und Okadasäure (Blaualgen-Toxin), ausgelösten.